Spuren von Bonitz-Familienmitgliedern in Geschichte und Gegenwart

 
Person und Wirkungszeitraum (oder einfach nach unten scrollen) Weitere Lebensbilder finden sich auch im Bereich "Biographien".
 

    • Peter Bonitz (* 1941) war von 1999 bis 2004 als Abgeordneter der CDU Mitglied des thüringischen Landtags. Er vertrat dort den Wahlkreis Unstrut-Hainich-Kreis II, zu dem auch die Stadt in Bad Langensalza gehört.
    Peter Bonitz

    • Sylvia Bonitz (* 1966) gehörte von 1998 bis 2002 als Abgeordnete der CDU dem Deutschen Bundestag an. Sie war u.a. Mitglied im Innenausschuss, dem Petitionsausschuss, dem Bundestagsausschuss "Kultur und Medien" und stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Portugiesischen Parlamentariergruppe.
    Sylvia Bonitz


    • In Husum im Norden Deutschlands konnte man das hier abgebildete Bierlokal Bonitz finden. Es befand sich in der Poggenburgstraße und wurde dort von dem mittlerweile verstorbenen Uwe Bonitz betrieben. Heute ist das Lokal in neuen Händen und trägt den Namen "Kap Horn".
      Unklar ist weiterhin, wie lange das Lokal genau unter dem Namen "Bonitz" bestand, und zu welcher Familie der Wirt gehörte.
    Bierlokal Bonitz, Husum


    • Laurentius Bonitz, Musiker. Als Violinist und Mitglied des Sonare-Quartetts (1982-1991) hat er diverse Aufnahmen veröffentlicht. 1992-1995 war er Direktor des Sinfonieorchester Wuppertal. Von 1995-2006 Direktor des Orchesters der Beethovenhalle in Bonn sowie der Konzerte der Stadt Bonn.
    Laurentius Bonitz


    • Im Jahr 1925 gab es drei Bonitz Eintragungen im Adressverzeichnis der Stadt Oklahoma City: Cris A. Bonitz, Clarence A. Bonitz und Milburn W. Bonitz.
      'Cris A. Bonitz' ist Christopher Amandus Bonitz (1870-1937); Clarence Amandus Bonitz ist sein Sohn. Unklar ist noch die Verbindung zu Milburn Walter Bonitz.
      Diese Bonitz-Familie stammt von Frederick (Friedrich) Christopher Bonitz ab, der vor 1860 aus Sachsen nach Texas emmigrierte.
    Oklahoma City Addressbuch 1925

    Bild klicken für ganze Seite



    • Der aus Dresden stammende Eberhard Bonitz (1921-1980) wirkte als Komponist, Organist, Kirchenmusikdirektor und Orgelsachverständiger in Naila, Ellwangen und Lingen. Aus seiner Feder stammen viele Kompositionen für Orgel, Kammermusik, Lieder, Kanons, Messen und Chorsätze, die zum Teil veröffentlicht sind. Eberhard Bonitz führte in Ellwangen große Chor- und Orchesterkonzerte auf (unter anderem von Bach, Händel, Mozart, Haydn wie auch Messen des 20. Jahrhunderts). Vor allem in Lingen war er bekannt für seine Improvisationen an der Orgel. Die musikalische Tradition in seiner Familie setzt sich mit vielfältigen Talenten seiner Kinder fort.
      Siehe auch im Bereich "Biographien".


    • Eine Bonitz-Straße kann man z.B. in Harrisburg, Pennsylvania finden.

      Die Straße heißt John Bonitz Drive, sie liegt auf dem Gelände des Osteopathischen Krankenhauses und wurde benannt nach John T. Bonitz Sr. (1904-1991), einem Bürger von Harrisburg.
      John war ein Lehrer an der Edison Junior High School, aber auch professioneller Footballspieler. Er spielte bei den Pottsville Maroons, den Philadelphia Yellow Jackets und bei den Newark Bears.
      Er war außerdem ein "College Football All-American" und Mitglied der "Pennsylvania Sports Hall of Fame".
    John Bonitz Drive, Harrisburg, PA


    • neu Oswin Bonitz (geb. 5. Mai 1902) war während der 1920er Jahre politisch aktiv tätig. Für sein Engagement und seine Mitgliedschaft in der KPD, der "Roten Hilfe" und im Kampfbund gegen den Faschismus wurde er mehrfach gemaßregelt und bei der Aktion Gitter 1944 in das KZ Flossenbürg eingeliefert. Bei der Evakuierung aus dem KZ Flossenbürg nach Dachau wurde er 1945 gemeinsam mit fünf weiteren Gefangenen ermordet.
      Ein Gedenkstein an der Straßengabelung Hauptstraße/Bahnhofstraße in Rödlitz im Landkreis Zwickau erinnert seit 1964 an die sechs kommunistischen Hitlergegner.


    • Seit 1894 betrieb Oskar Louis Bonitz in Oschatz das Geschäft Carl Krieger für Posamenten, Spitzen, Weißwaren, Kurzwaren sowie Herrenwäsche. Er kam vermutlich aus Burgstädt und ist in Oschatz von 1906 bis 1930 nachweisbar. Auch 1937 ist der Name O. Bonitz noch im Einwohnerverzeichnis von Oschatz vermerkt.

    Vielen Dank an Hr. Horst Kohl und seine Webseite Oschatz damals für diese Informationen sowie die zugehörigen Bilder!


    Wäschegeschaft Krieger/Bonitz in Oschatz, 1906

    Annonce von 1906
     

    Wäschegeschaft Krieger/Bonitz in Oschatz, 1912 Wäschegeschaft Krieger/Bonitz in Oschatz, 1927

    Annonce von 1927
    (mit Hinweis auf eine Filiale in Mügeln)




    Logo Modenhaus Bonitz, Oschatz u. Mügeln, 1930
    Firmenmarke aus dem Jahr 1930

    Annonce von 1912

     



    • In der Hafenstadt Libau (oder Libawa) in Kurland (heute: Liepaja, Lettland) betrieb Woldemar Bonitz seit ca. 1890 eine Konditorei mit Kaffee-Haus. Woldemar war um 1852 geboren und starb 1934. Das zweigeschossige Gebäude seines "Café Bonitz" stand in der Valdema'ra iela (Kornstraße) Nr.42 . Es wurde von Max Paul Bertchy entworfen und um 1898 für Woldemar Bonitz erbaut. Ein Teil der Fassade war kunstvoll verputzt, es hatte große Schaufenster, und im Innern gab es eine geschmackvolle Einrichtung und romantische Deckengemälde. Das Café Bonitz existierte dort zumindest bis zum Beginn des 1. Weltkriegs.
      Woldemar hatte einen Sohn Kurt, geboren in Libau im Juli 1885, der später in Kukarka in Russland wohnte. Er berichtet über die Schwierigkeiten der deutschen Bevölkerung aufgrund der Ereignisse des Ersten Weltkrieges. Sein Vater sei zwar russischer Staatsbürger gewesen, wurde aber dennoch verhaftet und nach 6 Monaten Untersuchungshaft aus Libawa nach Sernowodsk bei Samara verbannt. Ob er später wieder nach Libau zurückkehren konnte und wo er letztendlich verstarb, ist noch unklar.
      Derzeit ist leider noch nichts über die Herkunft von Woldemar Bonitz bekannt, wann und von wo er nach Libau kam, oder was aus seinem Sohn geworden ist.
      Weitere Bilder aus dem Kaffee-Haus finden sich im Foto-Archiv.
    Café Bonitz, Liepaja (ehemals Libau), Lettland - Klicken zum Vergrößern

    Bild klicken zum Vergrößern

    Café Bonitz, Liepaja (ehemals Libau), Lettland - Klicken zum Vergrößern

    Bild klicken zum Vergrößern

    Café Bonitz, Liepaja (ehemals Libau), Lettland - Klicken zum Vergrößern

    Bild klicken zum Vergrößern



    • In der Stadt Philadelphia, in Pennsylvania (USA) gibt es eine
      Bonitz-Straße.

      Die Benennung erfolgte offenbar mit Bezug auf die Firma Decker & Bonitz (William Decker und Herman Bonitz), die um 1890 in der direkten Nachbarschaft angesiedelt war (Ecke Wayne Avenue und Bristol Straße, in der Nähe der Eisenbahnverzweigung "Wayne Junction").
      Das Unternehmen Decker und Bonitz stellte in einem zweigeschossigen Backsteingebäude Kardiermaschinen her, die zur Vorbereitung von Wolle und Baumwolle vor dem Spinnen der Fasern verwendet wurden.
      Unklar ist derzeit, aus welcher Familie Herman Bonitz stammte, wo und wann er geboren wurde, und wann er in die USA kam.
      1888 und 1889 war er in einem Verzeichnis der Stadt Worcester, in Massachusetts (USA) aufgeführt (Adresse: Southbridge Street, bei Familie Richards). 1890 findet man ihn im Verzeichnis von Philadelphia.
    Bonitz Street, Philadelphia, PA, 19140
    Decker & Bonitz Card Clothing Co., 1890


    • neu Der Regierungsrat Dr. jur. Emil Bonitz bekleidete vom 15.Okt.1877 bis zum 15.Okt.1892 die Position des Amtshauptmanns/Landrats im Landkreis Auerbach in Sachsen. Er kam aus der Kreishauptmannschaft in Zwickau und ging 1896 als Geheimer Regierungsrat und Erster Rat zur Kreishauptmannschaft in Bautzen.
      Details zu seiner familiären Herkunft gibt es bis heute leider nicht.


    • Johann Heinrich Wilhelm (William) Bonitz (1839-1913), wanderte um 1855 mit seinen Eltern aus Zellerfeld in die USA aus. In Goldsboro und Wilmington (North Carolina) war er mit seinem Bruder Julius Herausgeber der Zeitung "The Messenger" sowie Hotelbesitzer.

      Siehe auch im neuen Bereich "Biographien".

      Das Bild zeigt eine historische Ansicht des Bonitz Hotels in Wilmington.

      (entnommen einer Webseite von Robert M. Fales. Copyright 1998 by New Hanover County Public Library)

    Bonitz Hotel, Wilmington (North Carolina) - Klicken zum Vergrößern

    Bild klicken zum Vergrößern



    • Williams Sohn war Henry E. Bonitz (1872-1921), Architekt aus Wilmington, North Carolina, USA.
      Er entwarf u.a. das Gasthaus "Ellerbe Springs Inn" in Richmond, North Carolina im viktorianischen Stil.
      Von ihm stammt auch das neoklassische Alumni Memorial Building von 1897 an der North Carolina State University, in Raleigh, North Carolina (Bild).
    Alumni Memorial Building, North Carolina State University


    • Ferenc (Franz) Bonitz wurde am 1. September 1868 in Fehértemplom (Weißkirchen) geboren. Er starb am 11. Februar 1936 in Budapest im Alter von 67 Jahren. Er war Journalist und Redakteur und schrieb für verschiedene Zeitungen. Außerdem war er Abgeordneter im ungarischen Parlament und später Ministerialrat.
      Seit 1891 war er im ungarischen Innenministerium beschäftigt.
      Franz Bonitz schrieb seit 1894 für die Zeitung Fejérmegyei Napló. Von 1895 bis 1906 war er Chefredakteur der Zeitung Alkotmány. Von 1906 bis 1918 arbeitete er als Mitarbeiter im Pressebüro des ungarischen Premierministers, das er dann ab 1920 leitete.
      1921-1922 arbeitete er bei der Zeitung Nemzeti Újság (Volksblatt), und ab 1927 wurde er Chefredakteur beim "Neuen Politischen Volksblatt".
      Er war ein Führer der deutschen Bevölkerung in Ungarn und immer ein engagierter politischer Sprecher.


    • In einem Verzeichnis über Personalien und Strafen sächsischer Revolutionäre aus den Jahren 1848 bis 1855 findet sich ein Hinweis auf Ernst Wilhelm Bonitz aus Schönau. Wie viele andere Gleichgesinnte geriet er ins Visier der Strafverfolgungsbehörden, die viele Vorkämpfer von Demokratie und Republik, die sich 1848 unter anderem auch in Sachsen zuhauf zusammenfanden, als sogenannte Staats- und Hochverräter verfolgten.
      Sein Name findet sich im "Anzeiger für die politische Polizei Deutschlands auf die Zeit vom 1. Januar 1848 bis zur Gegenwart" aus dem Jahr 1855 aus Dresden.
      Angaben zum genauen Strafmaß für Ernst W. Bonitz, sowie zu seiner Herkunft oder zu konkreten Handlungen, die ihm zur Last gelegt werden, sind derzeit noch nicht bekannt.


    • Im Januar 2002 war im Colditzer Schloss die Ausstellung "Bedeutende Frauen aus dem Muldentalkreis" zu sehen, die auch das Wirken von Ernestine Bonitz würdigte:

      Ernestine Bonitz, geborene Sauerbrei, war die letzte Colditzer Botenfrau. Unzählige Male war sie zwischen der kleinen Stadt an der Mulde und Leipzig unterwegs, brachte den dort stationierten Soldaten aus der Pleißestadt Pakete ihrer Familien und Verpflegung. Als die Zahl der Rekruten sank, war Ernestines Arbeit gefährdet. In ihrem urwüchsigen sächsischen Dialekt wandte sie sich deshalb mehrfach mit ihren Problemen an Reichspräsident Paul von Hindenburg und bat um die Aushebung neuer Rekruten. Und sie bekam stets Antwort.
      Am 25. Juni 1927 ging sie, genau an ihrem 81. Geburtstag, den letzten Weg in die Ewigkeit.




    • Hermann Bonitz (1814-1888) aus Langensalza war klassischer Philologe und Philosoph. Er wirkte in Wien und Berlin bei der Reformierung der Oberschulen mit. Noch heute findet seine bedeutende Übersetzung von Aristoteles' "Metaphysik" breite Verwendung.
      Er war Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

      Ein genaueres Lebensbild findet sich im Bereich "Biographien".
    • Die Universität Wien und die Wiener Akademie der Wissenschaften vergaben mehrfach einen speziell eingerichteten Bonitz-Preis für Leistungen im Bereich der Philosophie.
      1919 z.B. erhielt der Philosoph Friedrich Heinrich Heinemann (Berlin) den Bonitz-Preis für eine Arbeit über Plotin.
    Hermann Bonitz (1814-1888)


    • neu Geschichte des Spinnereibetriebs von Thomas und Bonitz in Lengenfeld (Vogtland), südw. v. Zwickau

      Die Industrialisierung in Sachsen erfolgte zuerst auf dem Gebiet der Maschinenspinnerei von Baumwolle. Einen maßgeblichen Beitrag dazu leistete der Lengenfelder Industriepionier Gottlob Friedrich Thomas (1755-1835). Er wurde in Lengenfeld geboren und heiratete 1786 die älteste Tochter des Spitzenhändlers Christoph Friedrich Bonitz aus Zwönitz namens Christiane Rosine.
      Bonitz' ältester Sohn Friedrich Gottlob Bonitz (1773-1841) heiratete 1797 die Witwe des Lengenfelder Kaufmanns Johann Georg Lieb und wurde später Thomas' Geschäftspartner.

      Bis 1802 betrieb Thomas eine Maschinenbauwerkstatt und einen Spinnereibetrieb in seinem Wohnhaus, dann ließ er ein Gebäude aus Stein für die Werkstatt und die Maschinenspinnerei errichten. Somit gründete er die erste Maschinenspinnerei im Vogtland.
      Das Napoleonische Dekret vom 21. Nov. 1806 ("Kontinentalsperre") erschwerte die Versorgung der sächsischen Textilindustrie mit Garnen aus England. Daher bestand großer Bedarf an einheimisch produzierten Garnen. Seit 1808 baute Thomas seinen Betrieb in Gemeinschaft mit seinem Schwager, dem Kaufmann Friedrich Gottlob Bonitz, weiter aus. Dieser war bereits 1806 Ratsherr in Lengenfeld. Wie lange, ist nicht bekannt.
      Am 7. August 1808 besichtigte Justizamtmann Weller mit Thomas und Bonitz die Baustelle und stellte fest, dass auf dem ehemaligen Bleichplatz das Parterre und ein Teil der ersten Etage des Fabrikgebäudes unter Verwendung von großen Sandsteinquadern, Bruchsteinen und Ziegeln schon massiv aufgemauert waren. Das restliche Gebäude sollte 1809 fertig gestellt werden. Im fertigen Teilgebäude sollten "noch im bevorstehenden Winter Spinnmaschinen aufgestellt, in Gang gebracht und Garn gesponnen werden, um damit die jetzt daran Mangel leidenden Würker und Weber recht bald versehen zu können". Im März 1810 beantragten Thomas und Bonitz für die in ihrem neuen Spinnereigebäude nunmehr gehenden 2550 Spindeln und für binnen zwei Monaten gangbar werdende weitere 2550 Spindeln die Spindelprämie.
      1814 erwarben Thomas und Bonitz eine Wiese beim benachbarten Dorf Grün und errichteten dort noch ein Spinnereigebäude. Gottlob Friedrich Thomas produzierte alle Maschinen in einer eigenen Werkstatt und nur von sächsischen Maschinenbauern. Er war der drittgrößte Spinnereimaschinenproduzent in Sachsen.
      1821 schied Gottlob Friedrich Thomas aus seiner Firma aus. Sein Sohn Ferdinand und sein Schwiegersohn Karl Rollmann waren an seine Stelle getreten.
      1830 wird die Spinnerei beschrieben als: "Erwähnte Spinnerei, 23 Fenster breit und zum Teil 4 Etagen hoch, gehört den Herren Bonitz, Thomas u. Comp." (Schumann, Schiffner, Staatslexikon, 17. Band, 1830)
      1831 erscheint Friedrich Gottlob Bonitz unter den ersten gewählten Kommunerepräsentanten. Er war zu dieser Zeit noch aktiver Spinnereifabrikant.
      Gottlob Friedrich Thomas starb im Januar 1835 in Graslitz in Böhmen. Friedrich Gottlob Bonitz starb 6 Jahre später im Alter von 66 Jahren. Er hinterließ 5 Töchter und 5 Söhne.

      Einige Nachkommen von Thomas und Bonitz gingen eheliche Verbindungen mit Vertretern bzw. Familien der aufstrebenden Lengenfelder Unternehmerschaft der Textilbranche ein (Rollmann, Bechler, Pietzsch, Petzoldt, Müller).


    • Auf einer Webseite des Heimatvereins Köthensdorf findet sich ein Bericht über die öffentliche Hinrichtung der Eva Rosina Bonitz im Jahre 1807:

      In Chemnitz hatte Gottlob Schellenberger seinen zehnjährigen Stiefsohn mit Arsenik ums Leben gebracht. Ein paar hundert Taler, die der Knabe als Erbteil von seinem verstorbenen Vater her besaß, waren die Veranlassung zu dem abscheulichen Kindermord gewesen. Und was die Tat noch verruchter machte: Die leibliche Großmutter des Jungen, die Eva Rosina verw. Bonitz, die Hebamme in Köthensdorf, hatte dem Schwiegersohn in Chemnitz das Gift besorgt.

      Köthensdorf war damals noch unter der Gerichtsbarkeit des Limbacher Rittergutes. Das Patrimonialgericht (Rechtssprechung durch den Grundherrn) in Limbach durch Reichsgraf George Reinhold von Wallwitz verurteilte die Missetäterin zum "Tode auf dem Rade". Das heißt, sie sollte bei lebendigem Leibe auf das Rad des Galgens geflochten werden und dort den Tod erwarten. Der Landesherr, dem Todesurteile zur Bestätigung vorgelegt werden mussten, milderte den Rechtsspruch dahingehend ab, dass die Giftmischerin mit dem Schwerte enthauptet und ihr Körper dann zur Abschreckung auf das Rad geflochten werden sollte.

      Am 12. Juni fand die Hinrichtung statt. Bereits am frühesten Morgen hatten sich die ersten Neugierigen aus der Umgebung eingestellt. Viele säumten die Straße, die die Mörderin dahinwankte, begleitet von den hiesigen Gerichtspersonen und ihrem "Beichtvater", dem Pastor Mäusel aus Taura, begafft, verspottet und verwünscht von der Masse des zusammengelaufenen Volkes. Viele ließen es sich nicht nehmen, den ganzen Weg von der Fronfeste bis hinauf auf den Galgenhügel mitzugehen, damit ihnen ja keine Kleinigkeit des Schauspiels entginge.

      Unter dem hochragenden, dreibeinigen Galgen angekommen, sprach der geistliche Herr noch einmal liebevoll und beschwörend auf die Schuldbeladene ein und forderte sie zum gemeinsamen letzten Gebet auf. Dann waltete der Henker aus Penig mit seinen Knechten seines Amtes. Der Knienden wurden die Augen verbunden. Das Richtschwert blitzte. Mit wohlgezieltem wuchtigem Schlage trennte der Henker das Haupt vom Rumpf, der leblos zusammensackte. Ein mancher in der Runde war leichenblass geworden und vergaß, den Mund zu schließen. Noch viel mehr der Neugierigen wandten sich gruselnd ab, als die Gesellen des Scharfrichters der Toten die Hauptknochen brachen und den Körper zwischen die Speichen des verwetterten gewaltigen Rades zwängten. Es kostete einige Mühe, die blutige Last auf das Galgengestell zu heben und dort zu befestigen: Krähen und Raben zum Fraße, den Menschen zur Abschreckung vor böser Tat!

      Die Hinrichtung der Rosina Bonitz im Jahr 1807 war der letzte Strafvollzug auf dem Limbacher "Gerichte".


    • neu Die Geschichte des Drahthammerwerkes in Schwarzenberg im Erzgebirge ist eng mit dem Namen Bonitz verbunden.

      Der legendäre Berg- und Hammerherr Kaspar Klinger ließ 1540 am linken Ufer des Schwarzbachs Schmelzhütte und Hammerwerk Förstel erbauen. Sein Enkel Nikolaus Klinger der Jüngere (1551-1610) brachte das Werk zu hoher Blüte. Er soll damals der reichste erzgebirgische Hammerherr gewesen sein und besaß u.a. den Kugelhammer in Schwarzenberg.

      Schon im Jahr 1587 bezeichnete sich Schwarzenberg als Bergstadt, und die benötigten Anlagen entstanden aus Platzmangel unterhalb der Altstadt in der Vorstadt am Schwarzwasser. Durch die Wassernähe gab es hier Mühlen, Gerbereien, Färbereien, Schmelzen und Hämmer. Unter ihnen war auch der Kugelhammer, so genannt, weil dort einst die Kugeln der sächsischen Truppen für den Schmalkaldischen Krieg geschmiedet wurden.

      Im Jahr 1770 kaufte Friedrich Traugott Bonitz den Kugelhammer, aus dem dann später ein Eisendrahthammer und eine Eisendrahtfabrik hervorging. Friedrich Traugott Bonitz wurde am 1. Okt 1737 im 14 km entfernten Zwönitz geboren und war in Schwarzenberg Landrichter und Erbbesitzer der Herrenmühle.
      Ein großer wirtschaftlicher Wandel setzte nach 1850 ein. Mit der Industrialisierung entstanden Spinnereien, Holzschleifereien, Pappen- und Papierfabriken. Die Tradition der Hammerwerke wurde in der Gründung zahlreicher Metallwaren- und Maschinenfabriken, Emaillierwerke und einer Gießerei fortgesetzt. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch den Bau der Eisenbahnlinie Zwickau-Schwarzenberg im Jahre 1858.

      Von 1863 bis 1873 wird in den "Jahrbüchern für das Berg- und Hüttenwesen im Königreiche Sachsen" Carl Emil Bonitz, Drahthammerwerksbesitzer und Friedensrichter in Schwarzenberg genannt, im Jahr 1873 mit dem Zusatz: Ritter des Königlich Sächsischen Albrechts-Ordens.
      Carl Emil stammte aus Eilenburg und trat 1830 als Student in die Königlich Sächsische Bergakademie zu Freiberg ein. Damals führte er allerdings den Familiennamen Hasper. Wann und wie es zu dem Namenswechsel hin zu Bonitz kam, ist bisher ungeklärt.

      Schwarzenberg ist auch der Geburtsort der Sängerin Elisabeth Rethberg (1894-1976). An ihrem Geburtshaus, dem Gebäude des ehemaligen Kugelhammers in der Obergasse, wurde eine Gedenktafel für sie angebracht. Das Gebäude des Kugelhammers besteht noch heute und wurde 1989 restauriert.


    • Johann Michael Bonitz (1730-1765) aus Kühnhaide bei Zwönitz, Sachsen.
      Albert Schiffner schreibt im "Handbuch der Geographie ... des Königreichs Sachsen" (1839): "Der 1730 hier (in Kühnheide) geborne Johann Michael Bonitz wurde als Prophet und Schwärmer einst viel besprochen."
    Text aus Albert Schiffners Handbuch, 1839

Seite zuletzt aktualisiert am: 26. Juli 2010
© 2000-2010 by Jochen Bonitz