Biographien einzelner Bonitz-Personen

 


    Hermann Bonitz (1814-1888)

wurde geboren am 29. Juli 1814 in Langensalza (Thüringen) als 6. Kind seiner Eltern.
Sein Vater war Karl Friedrich Bonitz, Pfarrer und Superintendent aus Zwönitz/Erzgebirge, seine Mutter Maria Sophia Schmalkalden, Bürgermeisterstochter aus Langensalza.

Er war Schüler der Landesschule Schulpforta (ehemals Erweiterte Oberschule Schulpforte), die sich in den Mauern eines ehemaligen Zisterzienserklosters bei Naumburg (an der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Thüringen) befindet.

Studium
in Leipzig bei G. Hermann Philosophie, Philologie, Theologie und Mathematik,
in Berlin bei Boeckh und Lachmann Philologie

Lehramt
Hermann Bonitz in Wien 1836 Lehrer am Blochmann Institut in Dresden und Ernennung zum Dr. phil. in Leipzig,
1838 Oberlehrer am Friedrich-Wilhelm Gymnasium, Berlin
1840 Oberlehrer am Gymnasium "Graues Kloster", Berlin
1842 Professor am Marienstiftsgymnasium in Stettin

1849-67 Universitäts-Professor in Wien
Unmittelbar nach der Wiener Revolution von 1848 wurde Hermann Bonitz zu Ostern 1849 als Professor für Klassische Philologie an die Universität Wien berufen.
Dort errichtete er das Philologische Seminar zur Ausbildung von Gymnasiallehrern.

Als Folge der neu gewonnen Lehr- und Lernfreiheit entstand 1849 gemeinsam mit Franz. S. Exner der "Entwurf der Organisation der Gymnasien und Realschulen in Österreich". Die dann 1854 unter Unterrichtsministers Leo Graf Thun-Hohenstein durchgeführte Reform zum 8-klassigen Gymnasium mit der "Maturitätsprüfung" als Abschluß führte zu einer Historisierung des Unterrichts mit Schwerpunkt auf der geschichtlichen Entwicklung der Griechen und Römer. Das wurde erreicht durch eine Verstärkung des Griechischunterrichts und der Verschiebung des Schwerpunkts im Lateinunterricht weg von rhetorischen Übungen und hin zum Verständnis von Sprache und Literatur.
1850-67 war er Gründer und Herausgeber der "Zeitschrift für die österreichischen Gymnasien"
1854 wurde Hermann Bonitz Mitglied der Akademie der Wisseschaften zu Wien, 1864 Mitglied im Ausschuß für Bildung.

1867-88 Direktor und Regierungsrat in Berlin
Eintrag im Berliner Adressbuch, 1876 1867 übersiedelte Hermann Bonitz nach Berlin und wurde Direktor des Gymnasium "Graues Kloster".
Außerdem war er Direktor des Königlichen pädagogischen Seminars für gelehrte Schulen.
1871 legt der Berliner Verein der Gymnasial- und Realschullehrer ein Regel- und Wörterverzeichnis zur Vereinheitlichung der Deutschen Rechtschreibung vor (Berliner Regelbuch), das schon kurz nach seinem Erscheinen den Schulen als Grundlage für die gewünschte Einigung der Lehrerkollegien empfohlen wird. Mitarbeiter sind u.a. Wilhelm Wilmanns und Hermann Bonitz.
Hermann Bonitz 1874 wurde er Geheimer Regierungsrat und 1875 dann Vortragender Rat am Ministerium der geistlichen Angelegenheiten (später: Unterrichts-Ministerium).
Im Januar 1876 findet in Berlin unter Leitung von Hermann Bonitz eine "Konferenz zur Herstellung größerer Einigung auf dem Gebiet der deutschen Orthographie" statt.
1879 wird Hermann Bonitz Geheimer Oberregierungsrat
1882 erfolgt die Reform des preußischen höheren Schulwesens unter dem Kultusminister Grossler, an deren Entstehung Bonitz maßgeblich beteiligt war. Die neuen preußischen Lehrpläne sahen u.a. fortan keinen Biologieunterricht mehr in der Oberstufe von Gymnasien und Realschulen vor und legten mehr Wert auf Mathematik, klassische Naturwissenschaften sowie das Textverständnis im Latein- und Griechischunterricht.

Hermann Bonitz zog sich 1888 als Geheimer Oberregierungsrat aus dem Arbeitsleben zurück und verstarb noch im selben Jahr am 25. Juli in Berlin kurz vor seinem 74. Geburtstag.

Er war Mitglied der Königlich Bayerischen Akademie der Wissenschaften, seit 1864 Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien sowie seit 1867 Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Hermann Bonitz war Stifter des Bonitz-Preis der Wiener Akademie der Wissenschaften für Arbeiten aus dem Gebiet der Klassischen Philologie und Philosophie (erstmals vergeben 1890). 1919 erhält der Berliner Mathematiklehrer und Philosoph Fritz Heinemann den Bonitz-Preis für eine Arbeit über Plotin.

Im Arkadenhof des Hauptgebäudes der Universität Wien (1884) stehen derzeit rund 150 Plastiken und Reliefs Wiener Gelehrter, darunter eine Denkmalgruppe des Bildhauers Carl Kundmann (1892), die den Reformern des österreichischen Bildungswesens Leo Graf Thun-Hohenstein, Franz Exner und Hermann Bonitz gewidmet ist

Hermann Bonitz (1814-1888)

Hermann Bonitz heiratete im Januar 1843 Bertha Maria Semmel aus Gera, die auch nach seinem Tode 1888 in Berlin blieb und dort das stolze Alter von 97 Jahren erreichte. Drei ihrer Kinder wurden in Stettin geboren. Darunter auch der Sohn Eduard Friedrich (geb. 1844), der von 1879 bis zu seinem frühen Tode 1889 als Stadt- und Amtsrichter in Berlin wirkte.

Neben seiner Bedeutung für die Reformierung der Oberschulen in Wien und Berlin ist Hermann Bonitz vor allem bekannt für seine umfangreichen Werke über Plato and Aristoteles. Sein "Index Aristotelicus", (Berlin 1870), die "Platonischen Studien" (1875, 1886) sowie seine Übersetzung von Aristoteles' "Metaphysik" (Berlin 1890) sind bis heute Standardwerke jedes Geisteswissenschaftlers.




    Eberhard Bonitz (1921-1980)

Der Kirchenmusikdirektor, Organist und Komponist Eberhard Bonitz wurde am 19. Januar 1921 als Kind der Eltern Kurt Ernst Bonitz und Kläre, geb. Hentschel in Dresden geboren.

Er begann seine Studien 1939 am Kirchenmusikalischen Institut der Evang.-Luth. Landeskirche in Leipzig und war bereits im selben Jahr Vertreter von Prof. Günter Ramin an der Orgel der Thomaskirche zu Leipzig, wo er auch bei großen Aufführungen mit dem Thomanerchor auftrat.
Zu seinen Lehrern gehörten u.a. auch Johann Nepomuk David und Kurt Thomas.
Nach dem Abschlussexamen 1941 war er Stadtkantor in Naila/Oberfranken und ab 1943 Musiklehrer an der Annenschule in Dresden.
Er heiratete 1942 Elisabeth Menzel.

Eberhard Bonitz (1921-1980) Nach der Bombardierung Dresdens 1945 flüchtete Eberhard Bonitz mit seiner Familie nach Naila. Dort konvertierte er mit seiner Familie von der evangelisch-lutherischen zur römisch-katholischen Kirche und siedelte nach Bamberg über. Er war kurze Zeit als Organist an der Universitätskirche in Erlangen tätig und ansonsten frei schaffender Komponist, Organist und Orgelsachverständiger. In letzterer Eigenschaft arbeitete er mit der Orgelbaufirma Keller in Selb/Oberfranken zusammen. Er betreute 1947 die Instandsetzung der großen Orgel der Benediktinerabtei Münsterschwarzach (bei Würzburg). Im folgenden Jahr wurde er Kirchenmusikdirektor, Organist und Chorleiter an der Stiftskirche zu Ellwangen/Jagst, wohin ihm 1949 die ganze Familie folgte.
Von Eberhard Bonitz stammt auch der Entwurf der neuen Orgel in der kath. Pfarrkirche Oberkochen, dessen Bauleitung er 1950 übernahm.
Im Jahr 1954 zogen er und seine Familie nach Lingen um, wo er im Dezember 1954 zum Diözesan-Musikdirektor, Organist und Chorleiter an der St. Bonifatiuskirche ernannt wurde. Diese Aufgaben nahm er bis zu seinem Tod wahr. Er war für die Diözese Osnabrück als führender Orgelsachverständiger für alle Orgelrenovierungen zuständig.

Neben seiner umfangreichen Konzerttätigkeit als Organist profilierte sich Eberhard Bonitz zunehmend auch als Komponist, insbesondere nach dem II. Vatikanischen Konzil für die Neubearbeitung des Kirchenliedes und der Choralsätze – geistliche Chorwerke und Orgel und Kammermusik.
Seit 1939 veröffentlichte Eberhard Bonitz zahlreiche wissenschaftliche Schriften über den Orgelbau und über verschiedene Orgeln, die er nach dem Krieg zusammen mit namhaften Orgelbaufirmen restaurierte. Sein Name findet sich auf vielen Kompositionen für Orgel, Kammermusik, Lieder, Kanones, Messen und Chorsätzen, die zum Teil veröffentlicht sind. Mitschnitte von Rundfunkkonzerten in Ellwangen und Hannover sind in den Archiven der betreffenden Rundfunkanstalten bewahrt. Bonitz führte in Ellwangen große Chor- und Orchesterkonzerte auf (unter anderem von Bach, Händel, Mozart, Haydn wie auch Messen des 20. Jahrhunderts). Vor allem in Lingen war er bekannt für seine Improvisationen, an die sich viele noch erinnern werden.

Eberhard Bonitz starb nach kurzer, schwerer Erkrankung im September 1980 in Lingen/Ems und hinterlässt 7 Kinder, darunter der Kontrabassist und Komponist Matthias Bonitz, die Flötistin Benedikta Bonitz und der Bonner Orchesterdirektor Laurentius Bonitz.




    Carl Heinrich Bonitz (1703-1781)

In "Zedlers Universal-Lexicon" aus dem Jahre 1732 und den "nöthigen Supplementen" aus dem Jahre 1754 findet sich folgende Lebensbeschreibung:

"Bonitz (Carl Heinrich), ein Rechts=Gelehrter und Sohn des nachstehenden M. Johann Bonitzens, ist zu Auerbach im Vogtlande den 22 Febr. 1703 gebohren. Die ersten Gründe seiner Studien hat er bey seinem Vater, als einem gewesenen Schulmanne, geleget, indem derselbe ihn zu Hause bis ins erste Jahr selbst informiret hat. Nachdem ihm nun 1718 bemeldeter sein Vater durch einen frühzeitigen Tod entrissen worden, ist er 1719 den 20 Febr. in die Chursächsische Land=Schule zu Grimma gekommen, da er denn unter dem Rector Ermeln, Con=Rector Schumachern, und dem dritten Collegen Egenolffen seine Schulstudien dergestalt abgewartet, daß er die ordentlich gesetzten 6 Jahre auszuhalten, nicht nöthig gehabt, sondern zu 1723 zu Fastnachten gedachte Schule mit seiner Herren Präceptoren Zufriedenheit und Erhaltung eine stattlichen Zeugnisses verlassen, auch im Junius dieses Jahres sich auf die Universität Leipzig begeben, und allda, ausser denen öffentlichen Vorlesungen, in denen Privatstunden über das Civil= Lehn= und Geistliche Recht D. Lommeln, D. Siegeln, D. Kästnern, D. Petermannen, und L. Uslebern; über die Philosophie hingegen D. Müllern gehöret; auch 1726 vor seinem Wegzuge nicht nur unter erwehnten D. Lommeln eine selbst gefertigte Disputation de genuina unionis prolium indole extra casum legis & observantiae specialis vertheidiget, sondern auch bey der dasigen Juristen=Facultät sich pro axi examinieren lassen; und dabey wiederum ein sehr gutes Zeugniß, auch nach abgelegtem Specimen in Dreßden die Immatriculacion zur Advocatur erhalten, worauf er sich 1727 im Monat Junius nach Lichtenstein ins Schönburgische begeben, und von solcher Zeit an bis hieher allda mit gutem Erfolg advociret.
Im Jahr 1733 im Monat April erhielte er auf der Universität Halle die Doctor=Würde, und verheyrathete sich darauf den 16 Junius mit Fr. Marien Concordien, Johann Gottfried Jahns, gewesenen Königl. Poln. und Chursächsischen Amtsmanns zu Wolckenstein, auch Bürgemeisters in Marienberg hinterlassener Witwe, mit welcher er 8 Kinder gezeuget hat.
Im Jahr 1742 ist er von der Chursächsischen Societät Christlicher Liebe und Wissenschaften zum Mitglide aufgenommen worden. Dessent Oeffentliche Bedienungen und Ehren=Aemter hat er, der unterschiedlich gehabten Gelegenheit ungeachtet, bisher weder gesuchet noch angenommen, in der Meinung, quod bene vixit, qui bene latuit."

Carl Heinrich Bonitz war "Advokat, Rath und Amtmann" in Diensten des Grafen Schönburg in Lichtenstein. Er heiratete am 16. Juni 1733 Maria Concordia Heeg, mit der er acht Kinder hatte. Darunter: Ehregott Leberecht Bonitz, geb. 1742 zu Lichtenstein, sowie Rahel Sophia, geb. um 1743, verheiratet 1766 mit Christian Heinrich Bergmann.
Er verstarb 78-jährig als Advokat am 8. März 1781.




    Johann Bonitz (1668-1718)

Zu Johann Bonitz weiß "Zedlers Universal-Lexicon" aus dem Jahre 1732 mit den "nöthigen Supplementen" aus dem Jahre 1754 folgendes zu berichten:

"Bonitz (Johann), der Weltweisheit Magister, anfänglich Rector auf der Schule zu Schneeberg, und hernach oberster Pastor zu Auerbach im Vogtlande, hat das Licht der Welt zu Zwönitz Erz=Gebürge den 25 Octob. 1668 erblicket, allwo sein Vater gleiches Namens ein Schneider gewesen, der aber hernach Schulmeister zu Tautenhagen un Ebersbach bey Colditz geworden ist. Seine Schul-Studien hat er zu Annaberg auf dem dasigen Alumnaeo unter dem Rector Krübeln und Lehmannen, auch dem Con=Rector Platern, und Sub=Conrector Hofmannen getrieben, bis er 1687 die Universität Leipzig bezogen, und allda unter Fellern, Alberti, Hardten, Cyprian, Thomasen, Gäßgen, Schmidten, Pfeiffern, Oleario, Tarpzoven, und Seeligmannen die Theologie, Oratorie, Poesie, Hebräische und andere Orientalische Sprachen erlernet, dabey jedoch unter andern seinen nothdürftigen Unterhalt in der Lanckischen Buchhandlung mittelst der Correctur gesuchet, dadurch er sich eine starcke Bücher=Kenntniß zuwege gebracht und erlanget hat.
Nach Verlassung der Universität Leipzig hat er nicht nur in Eyberstock des dasigen Pastors Schindlers, sondern auch ferner in Dreßden des damaligen Lehn=Secretairs Magnus Lichtners Kinder informiret, von welchen letztern sonderlich der eine Sohn, D. Magnus Gottfried Lichtner, nachheriger Stiffts=Rath in Wurzen, ihn sehr geliebet, und gerühmet, auch seine unter Joh. Sam. Strycken gehaltene Inaugurat=Disputation de Praelatione dotis & fisci mutus in Concursa Creditorum mit dieser eigenhändigen Ueberschrift: Viro plurimum reverendo, M. Joanni Bonitio, Fautori, Praeceptori, ac Amico fao, hanc disputationem inauguralem dono transmittit, insimul, memoriam sui commendat Autor, nach Auerbach, wo er damals oberster Pastor gewesen, zugeschicket hat.
Im Jahr 1694 ist er, wiewohl erst nach dem nur einigen anderen zugleich mit anhaltenden Candidaten ausgestandenen Examen beym Ober=Consistorio in Dreßden, da er wegen der vorzüglichen Wissenschaft, sonderlich in der Hebräischen Sprache den Sieg davon getragen, Rector auf der Schule zu Schneeberg worden, welches Rectorat er auch 4 Jahre lang treulich, und mit Aufnahme der Schule verwaltet; worauf er 1698 von den Edlen Herren von der Planitz zu Auerbach im Voigtlande zum obersten Pastor allda beruffen worden.
Diesem Pastorate hat er bis an sein Ende, welches den 24 Jänner 1718 erfolget, mit großem Ruhme und vieler Liebe bey seinen Pfarr=Kindern fürgestanden. Ungeachtet er unterschiedene Gelegenheit gehabt, weiter und zu einem Superintendenten befördert zu werden; so hat er es doch ausgeschlagen.
Mit seinem 1694 erheyratheten Eheweibe, Annen Justinen Fritzschin, zu Schneeberg, hat er 9 Kinder, und unter selbigen den vorstehenden gleich folgenden Sohn, gezeuget."




    Johann August(in) Bonitz (1697- )

Auch hier findet sich eine Beschreibung in "Zedlers Universal-Lexicon" aus dem Jahre 1732 mit den "nöthigen Supplementen" aus dem Jahre 1754:

"Bonitz (Johann Augustin), der Weltweißheit Magister, der Älteste Sohn des vorstehenden M. Johann Bonitzens, welcher 1697 zu Schneeberg gebohren, und anfänglich von seinem Vater zu Hause unterrichtet, auch hernach einige Jahre nach Schneeberg auf die Schule, von da aber wieder nach Hause in die eigene Information des Vaters genommen, zuletzt aber noch etliche Jahre auf das Gymnasium nach Altenburg unter dem Director Wilischen gesendet worden, bis er von dar auf die Universität Leipzig gegangen, allwo er sich in die 7 Jahre, und zuletzt bey Hofrath Kregeln als Hofmeister aufgehalten hat.
Hierauf ist er anfänglich 1721 zum Diaconat, und nach etlichen Jahren zum Pastorat in Auerbach, welches vormahls sein Vater begleitet gehabt, von denen Herren von der Planitz beruffen worden, allwo er auch noch bis anietzo unter großer Liebe seiner Zuhörer und in kinderlosem Ehestande lebet."




    Die Bonitz Brüder in Goldsboro, North Carolina, USA

Julius August (1841-1891) und Joh. Heinr. William (1839-1913) Bonitz wurden in Zellerfeld im Harz geboren, das damals zum Königreich Hannover gehörte. Sie waren Söhne des Johann Heinrich Wilhelm Bonitz und der Johanne Dorothea Louise Schalitz. Ihre Familie in Zellerfeld ging schon seit vielen Generationen dem Handwerk des Bergbaus nach.

William Bonitz wanderte um 1855 in die USA aus und lebte zunächst einige Zeit in Washington, D.C. Im Jahr 1859 zog er nach Goldsboro in North Carolina, wo er 550 Acre Land am Stoney Creek östlich von Goldsboro kaufte. 1862 heiratete er Mary Elise Stegner, mit der er neun Kinder hatte. Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges arbeitete er mit seinem Bruder Julius an seiner Zeitung, die zuerst "Rough Notes" und später "The Goldsboro Messenger" hieß.

Zur selben Zeit stellten die beiden auch offizielle Briefumschläge für die konföderierten Staaten her. Williams körperliche Verfassung war nicht ausreichend für den regulären Militärdienst, doch im Jahr 1865 meldete er sich dennoch freiwillig und kämpfte in der Schlacht von Bentonville.
Von 1867 bis 1879 betrieb er das elegante Bonitz Hotel an der Ecke Chestnut- und Center Street in Goldsboro, doch 1879 verkaufte er das Hotel.
1889 zog er um nach Wilmington und eröffnete dort das Bonitz Hotel an der Nordseite der Market Street. William Bonitz starb 1913 im Alter von 73 Jahren in Wilmington. Unter seinen neun Kindern ist auch Henry Emil Bonitz, der sich als Architekt einen großen Namen gemacht hat.

Julius A. Bonitz (1841-1891)

Julius Bonitz kam 1857 als 16-Jähriger in die Vereinigten Staaten und zog 1861 nach Goldsboro. Damals zählte Goldsboro etwa 1000 Einwohner (Sklaven eingeschlossen). Der noch junge Julius meldete sich zu den "Goldsboro Rifles" und diente drei Jahre in der konföderierten Armee.
Nach Ende des Krieges kaufte er die Zeitung "Rough Notes" (später: Goldsboro Messenger), die er dort bis 1888 herausgab. Dann verlegte er die Zeitung nach Wilmington. Der Goldsboro Messenger war für einige Zeit die am weitesten verbreitete Zeitung in North Carolina.

Julius Bonitz heiratete 1873 Delia Berndt aus Lynchburg, Virginia, und sie lebten in der Elm Street in Goldsboro. Er war auf Seiten der Demokraten sehr aktiv in der Politik, z.B. war er Vorsitzender des Demokratischen Kommittees von Wayne County. Außerdem war er Delegierter für die Demokratischen Nationalkonvente in den Jahren 1872 bis 1880, sowie 1884.

Er war Vorsitzender des Rats für Schulen und Erziehung von Wayne County sowie ein Verwalter und Treuhänder für das North Carolina State Hospital in Goldsboro.
1881 errichtete Julius Bonitz das "Messenger" Opernhaus in Goldsboro an der Ecke Chestnut- und Center Street. Dort spielten viele Wanderschauspielgruppen und fahrende Musical-Veranstaltungen. Selbst die berühmte Sousa Band spielte dort, genauso wie die Ziegfield Musicals oder Billie Burke.

Julius Bonitz zog 1888 nach Wilmington und gab dort weiterhin seine Zeitung heraus, bis er 1891 starb. Obwohl er in Wilmington begraben liegt, wurde ihm in Willowdale in Goldsboro ein Denkmal errichtet. Seine Tochter Hilda Bonitz, verheiratete Canady, lebte bis 1971.

Die Bonitz Brüder sind ein typisches Beispiel für die vielen jungen, begabten und tatkräftigen Deutschen, die im 19. Jahrhundert in die USA kamen.
Ihre Grabsteine befinden sich auf dem Oakdale Friedhof in Wilmington, North Carolina.

(Text entnommen und übersetzt aus den USGenWeb Archiven.)

Julius A. Bonitz Gedächtnis-Säule



    Ludwig Bonitz (1936-2007)

Ludwig Bonitz (1936-2007)Ludwig Bonitz wurde am 8. Oktober 1936 im thüringischen Gotha geboren. Seine Eltern waren Karl Bonitz, Lehrer in Langensalza, und dessen Frau Lotte geb. Stadelmann. Ludwig hatte zwei ältere Schwestern sowie einen Zwillingsbruder.

Nach dem Schulbesuch absolvierte er von 1951 bis 1954 eine Ausbildung zum Plakatmaler und Gebrauchswerber.
Anschließend studierte Ludwig Bonitz von 1956 bis 1959 an der Fachschule für angewandte Kunst in Heiligendamm. Die Landschaft an der Küste verzauberte und begeisterte ihn, so dass er sie seither nie für längere Zeit verlassen hat.

Von 1959 bis 1979 arbeitete er als Grafiker und Atelierleiter bei der DEWAG Rostock. Parallel dazu belegte er 1969-1974 ein externes Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, das er 1975 mit dem Diplom bei dem Illustrator Prof. Werner Klemke und Prof. Axel Bertram abschloss.
Seit 1976 war er dann Fachlehrer für Grundlagen der Gestaltung an der Fachschule für Angewandte Kunst Heiligendamm.

Mit Gründung der Hochschule Wismar 1992 wurde Ludwig Bonitz zum Professor für Entwurfsgrundlagen, Naturstudium und künstlerische Druckgrafik berufen.
Ludwig riss seine Studenten und Kollegen mit spitzfindigem Humor und schier unermüdlicher Energie mit. Eben dieser Witz kommt in seinen zahlreichen Werken von Karikaturen als Druckgrafiken bis zu Naturmalerei mit Bleistift oder als Aquarell zum Ausdruck.

Er emeritierte von seiner Professorenstelle im Jahr 2002 und behielt noch bis 2004 einen Lehrauftrag für Künstlerische Druckgrafik an der Hochschule Wismar.

Ludwigs Arbeiten umfassen vor allem Zeichnungen, Druckgrafiken und Aquarelle; seine herausragenden Leistungen lagen in der Werbung, im Grafikdesign und in der Druckgrafik. Er selbst bezeichnete sich gerne als "Gebrauchsgrafiker". Aber auch als Landschafts- und Naturmaler und nicht zuletzt als Bildhauer und Keramiker bewies er seine Talente und prägte seinen eigenen Stil.

Ludwig Bonitz verstarb im Alter von 70 Jahren am 17. Februar 2007 völlig überraschend während eines Urlaubs auf Kuba.
Er hinterlässt fünf Kinder und fünf Enkelkinder.



Seite zuletzt aktualisiert am: 31. Juli 2008
© 2000-2012 by Jochen Bonitz